

Er legte seine Kälte sanft auf jeden Tag,
ließ alles stiller werden, hielt die Zeit im Schlag.
Die Welt hielt kurz den Atem an, so leis, so sacht,
die Luft am Morgen klar und leicht, die Nächte ohne Macht.
Sie dehnten sich wie endlos aus im frostigen Verweilen,
eine Zeit des Rückzugs nur, zum Warten und zum Teilen.
Doch draußen, wo der Reif noch auf den Wegen stand,
veränderte sich leis die Zeit, fast unerkannt.
Zuerst ganz unbemerkt, ein Flüstern nur im Licht:
Der Tag blieb länger da, die Sonne aber nicht.
Der Winter ließ die Herrschaft
sich nicht wehrlos aus den Händen nehmen.
Doch der Zeit des Wandels
muss auch er sich bald ergeben.



Nach und nach weicht zurück der langsam schmelzende Schnee,
sodass ein jeder stapft und rutscht durch Eis und Matsch – Ohjee.


Es wuchs der Raum für Wärme, für Bewegung, neues Leben.
Die ersten Knospen brachen auf, noch scheu, doch klar ergeben.
Die Vögel kehrten wieder heim, mit leisem, sanftem Singen.
Ein Schimmer Hoffnung kam daher, auf großen starken Schwingen.
Der Frühling zog nicht laut vorbei, kein Ruf, kein heller Klang,
er kam mit weichen Farben nur, die milde Luft war sein Gesang.
Er flüsterte, dass alles neu und wie von vorne startet,
und dass Veränderung oft dort beginnt, wo man sie kaum erwartet.
Mit Wachstum, Hoffnung, Wohlgefühl.

